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Orkesta Mendoza

+ Brian Lopez

Details

Montag, 13. November 2017 21:00 (Einlass: 20:00)
VVK: ab 16€ (zzgl. Gebühr) Tageskasse: 19€ Tickets kaufen
Downtown Tucson ist in Bewegung und das ist wahrscheinlich keine große Überraschung: die Band Calexico schickt schon seit zwanzig Jahren Botschaften aus der Wüste, Giant Sand schon viel länger und das Green On Red-Revival ist längst überfällig. Diese drei Giganten der US-amerikanischen Musik haben sich aufgrund der geographischen Lage ihrer Heimatstadt schon immer die musikalische Formfrage gestellt. Tucson ist nach amerikanischen Maßstäben zwar keine große Stadt (# 33 der größten US-Städte), aber das dazu gehörige Hinterland ist so groß, weit und breit, wie es nur sein kann und wenn man nur eine Stunde gen Süden fährt, ist man in Mexiko.
Sergio Mendoza, Bandchef von Orkesta Mendoza, ist in der geteilten Grenzstadt Nogales, Arizona, USA geboren und in Nogales, Sonora, Mexiko aufgewachsen. In seiner Kindheit und Jugend bestimmten Cumbia, Mambo, Rancheras und Mariachi sowie die US-amerikanische Musik, die über die nahe Grenze schwappte, den musikalischen Hintergrund des musikverrückten Multi-Instrumentalisten. Der kleine Grenzverkehr beschränkte sich nicht nur auf Waren. Auch die Kultur überquerte die Grenze und so schien der Rock ‚n‘ Roll sich eine Zeitlang gegenüber der Latin Music durchzusetzen, wie Mendoza sich erinnert.
Eineinhalb Jahrzehnte später, im Jahr 2012, kehrte Mendoza mit dem Album Mambo Mexicano dann wieder zu den Sounds seiner Kindheit und Jugend zurück. Produziert wurde es von Mendoza selbst im Verbund mit Joey Burns von Calexico, einer Band, in die Mendoza über die Jahre immer weiter integriert worden ist. Während dieses Album noch etwas zögerlich in seiner Herangehensweise erschien (wie das eben bei der Auffrischung einer alten Liebesbeziehung so ist), kommt das neue Album ¡Vamos A Guarachar!, das im Herbst 2016 bei Glitterbeat Records im Vertrieb von Indigo erschien, forscher und zielstrebiger daher. Von rau und laut wie im Song „Cumbia Volcadora“ mit dem mexikanischen Elektro-Pionier Camilo Lara bis zu zart wie im Stück „Misterio“, in dem Salvador Duran seinen bislang wohl besten Auftritt mit der Band hat, reicht die Palette. Oder die Songs wie „Contra La Marea“ und „Mapache“ sind einfach nur ein Riesenspaß. Dazu kommt ein kräftiger elektronischer Ansatz, ein gutes Gespür für Popmusik sowie Mendozas große Liebe zum 60s Rock – hier in dem Stück „Shadows of the Mind“, das gut in eine Neuauflage der Nuggets-Compilation-Serie passen würde.
Nogales, Sonora – Nogales, Arizona: mitten in dieser Stadt verläuft die aktuelle Landesgrenze zwischen Mexiko und den USA. Spricht man in diesen Tagen über Grenzen und die über sie verursachte Diaspora, landet man schnell mitten in der wichtigsten, von Trumps Aussagen und den hastig in Europa wieder aufgebauten Grenzen gekennzeichneten Debatte unserer Zeit.
Orkesta Mendozas Beitrag zu dieser Debatte zeigt uns, wie die Grenze sich anhören und welch wunderbare Werke man durch den ehrlichen Austausch zwischen den Kulturen erschaffen kann. Vielleicht könnte man ja zu einer Exkursion nach Tucson aufbrechen, um Musikern von Calexico, Giant Sand oder den Cumbia-Rockern Xixa dabei zuzuhören, wie sie in angeregte Gespräche mit einem stillen jungen Mann in Schwarz versunken sind. Das wäre dann Sergio, aktuell mit dem Orkesta Mendoza einer der Großen in diesem endlosen Tucson-Etiketten-Spiel.

“Sergio Mendoza is probably my favourite musician of this time. He has the cumbia and mambo in his DNA, but he has the power to make it sound like today. His Orkesta is as punk as the Sex Pistols and as violent as Perez Prado”
— Camilo Lara, Mexican Institute of Sound

“Orkesta Mendoza is one of the best live bands out there. Their music delves into a myriad of directions, rhythms and moods, big band orchestrations mixed with lo fi electronica, vocals en Español together with moving instrumentals. „Vamos a Guarachar“ is epic and soulful, it captures that positive spirit of the Southwest”
— Joey Burns, Calexico